
Zwischen Zeichnung, Malerei, Alltag und Absurdität – Klaus Harths Blick auf den Menschen
Der Künstler Klaus Harth bewegt sich zwischen Zeichnung, Malerei, Grafik und Performance – und immer wieder geht es dabei um Wahrnehmung, um das Spiel mit Zeichen und Formen und um die Frage, wie aus einer Idee ein Bild wird. Harths Arbeiten fordern den Blick heraus. Sie liefern keine schnellen Antworten, sondern laden dazu ein, genauer hinzuschauen.
Was treibt Klaus Harth an? Woher kommen die Motive und Bildideen? Und was bedeutet es, als Künstler im Saarland zu arbeiten und zugleich über die Grenzen der Region hinauszublicken? Darüber sprechen wir mit dem Künstler bei art talk, dem Kunstpodcast für SaarLorLux.
Wir haben mit Klaus Harth während seiner Ausstellung “Menschen ohne Parkplatz” in der Galerie [SALI E TABACCHI] gesprochen.
Foto Credits:
– 1,2,9,10,11,12,13,14,15: Albert Herbig
– 3,4,5,6,7,8,16,17,18,19: Klaus Harth
Klaus Harth – Zeichner, Maler, Autor, Performer
Klaus Harth, geboren 1964 in Neunkirchen/Saar, lebt und arbeitet in Wemmetsweiler. Nach einer Ausbildung zum Druckformhersteller studierte er von 1990 bis 1996 Freie Bildende Kunst mit Schwerpunkt Zeichnung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bei Prof. Dieter Brembs. Ergänzend besuchte er die Schriftklasse von Prof. Alban Grimm und schloss sein Studium mit dem Diplom ab.
Harths künstlerische Praxis umfasst Zeichnung, Malerei, Performance und Lesung. In seinen Arbeiten verbindet er präzise Beobachtung mit Spontaneität, Humor und einem Gespür für das Skurrile im Alltäglichen. Neben seiner individuellen künstlerischen Arbeit engagiert er sich in Kooperationen und interdisziplinären Projekten. 1995 gründete er gemeinsam mit Stephan Flommersfeld das „Büro für angewandte Ideen“. Zudem ist er Mitglied des Kollektivs MY WIFE sowie des Saarländischen Künstlerhauses Saarbrücken e. V., des Mainzer Kunstvereins Walpodenstraße 21 e. V. und des Netzwerks Freie Szene Saar e. V.
Bio:
- Zeichner, Maler
- geboren 1964 in Neunkirchen/Saar
- Kategorien: Zeichnung, Malerei, Performance, Lesung
- 1986–1990 Ausbildung zum Druckformhersteller, Saarbrücken
- 1990–1996 Studium der Freien Bildenden Kunst, Schwerpunkt Zeichnung, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, bei Prof. Dieter Brembs, Schriftklasse bei Prof. Alban Grimm, Diplom
- 1993 2. Preis beim Wettbewerb “Kunst und Archiv”, Landesarchiv Speyer
- 1995 gründet mit Stephan Flommersfeld das “Büro für angewandte Ideen”
- 1998 Sieger beim Wettbewerb “Motiv Umweltaktie gesucht”, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, Saarbrücken
- Mitglied im Kollektiv MY WIFE, mit Katharina Bihler, Monika Bagdonaite, Julien Blondel, Stefan Scheib
- lebt und arbeitet in Wemmetsweiler
Mitgliedschaften
- Saarländischen Künstlerhaus Saarbrücken e. V.
- Mainzer Kunstverein Walpodenstraße 21 e. V.
- Netzwerk Freie Szene Saar e. V.
Lest hier das gesamte art talk Interview mit Klaus Harth
Einführung in die Folge
Verena Feldbausch: Wir reden über Kunst bei art talk, dem Kunstpodcast aus SaarLorLux. Wir treffen KuratorInnen und KünstlerInnen dort, wo sie gerade ausstellen. Mit uns entdeckt ihr zeitgenössische Kunst und außergewöhnliche Kunsträume in unserer Region. Werdet Teil von Galeriegesprächen, Ausstellungseröffnungen und Finissagen. art talk hört ihr überall dort, wo es Podcasts gibt.
Verena Feldbausch: Hallo und herzlich willkommen zu art talk SaarLorLux. Der Künstler Klaus Harth bewegt sich zwischen Zeichnung, Malerei, Grafik und Performance. Und immer wieder geht es dabei um Wahrnehmung, um das Spiel mit Zeichen und Formen und um die Frage, wie aus einer Idee ein Bild wird. Was treibt Klaus Harth an? Woher kommen die Motive und die Bildideen? Und was bedeutet es, als Künstler in Saarland zu arbeiten und zugleich über die Grenzen der Region hinaus zu blicken? Darüber sprechen wir heute bei art talk SaarLorLux. Mein Name ist Verena Feldbausch, schön, dass ihr dabei seid.
Begrüßung und Ausstellungstitel
Verena Feldbausch: Hallo und herzlich willkommen, Klaus Harth. Menschen ohne Parkplatz, das ist der Titel deiner Ausstellung hier in der Galerie Sali E Tabacci in Saarbrücken. Was steckt hinter diesem Titel?
Klaus Harth: Menschen ohne Parkplatz, genau. Mir geht es also vor allem um diese Menschen, die da zu sehen sind. Also Ausgangsidee war eigentlich dieses Ding, also was mich immer fasziniert hat, es gibt von Picasso so eine Serie von Zeichnungen von Menschen in Stühlen, Sesseln, Stühlen. Und ich fand es immer total, also Stravinsky, das kennt man, die fand ich immer so spannend, weil irgendwie diese Figuren in diesem Stuhl, das ist eins, die sind da drin gefangen, wie die sich da drin bewegen, wie die da drin festsitzen. Und das fand ich immer schon sehr faszinierend. Und natürlich bewege ich mich selbst auch in dieser Gesellschaft zu Fuß, mit Fahrrad, mit Auto, aber auch mit Auto. Und sehe dann meine Mitmenschen, wie sie so in ihren Autos sitzen und dachte auf einmal, hä, das ist der Stuhl unserer Zeit, das ist das Ding eigentlich, wie die Menschen in ihren Autos sitzen, wie die sich bewegen, das zeigt was über unsere Gesellschaft. Wenn ich dann im Auto unterwegs bin oder eigentlich mehr, wenn ich zu Fuß unterwegs bin und sehe den Autoverkehr, denke ich, was für ein Schwachsinn. Aber egal, wenn man im Auto selbst drin sitzt, merkt man das ja gar nicht so. Aber der Autoverkehr an sich, das ist nur ein Teil. Aber das andere Ding ist, wie die Menschen halt in ihren Fahrzeugen sich durch die Welt bewegen, ob sie grimmig gucken, ob sie entspannt gucken, weil alles gibt es ja. Und es ist ja insofern keine Sozialkritik. Aber es ist eine Möglichkeit, ein Setting zu schaffen, wie Figuren inszeniert werden. Also ein zeichnerisches Setting, wie die inszeniert werden. Und darum ging es irgendwie so.
Das Auto als Beobachtungsort
Verena Feldbausch: Deine Arbeiten für die Ausstellung wirken wie sehr genaue Momentaufnahmen. Also Menschen sind unterwegs im Auto, hinter den Scheiben, am Steuer. Sie warten, sie schreien und so weiter und so fort. Also ist das Auto für dich ein besonders guter Ort, um Menschen zu beobachten?
Klaus Harth: Es ist ein guter Ort. Also wie ich eben schon gesagt habe, die sind gefangen. Manchmal sind sie mit mehreren unterwegs, oft sind sie allein unterwegs. Aber die sind in diesem Raum drin. Und insofern ist es eine Szenerie, in dem sich was abspielen kann. Und das macht die Zeichnung vergleichbar. Und das ist das Interessante daran, dass man diese Vergleichbarkeit hat.
Arbeitsprozess und Planung
Verena Feldbausch: Deine Zeichnungen wirken oft spontan und leicht. Und gleichzeitig steckt dahinter auch eine sehr genaue Beobachtung. Wie viel Planung steckt hinter so einer scheinbar spontanen Arbeit? Und wie ist der Prozess von der Skizze bis hin zur fertigen Arbeit?
Klaus Harth: Tatsächlich ist diese Serie aus spontanen Beobachtungen gebaut. Also tatsächlich Leute, die ich im Rückspiegel sehe, Leute, die ich an der Ampel stehen sehe. Es gibt Zeichnungen, wo ich zu Fuß unterwegs war und an der Ampel stehe. Und dann sehe ich da vier Leute im Auto, wo ich denke, gut, super. Und dann versuche ich eigentlich immer, das durchzieht die ganze Serie, ich versuche eigentlich immer, mir die zu merken. Also es ist nicht so, dass ich dann da sitze, weil die fahren ja gleich wieder weg. Ich habe ja gar keine Chance, die zu porträtieren in dem Sinn. Sondern ich versuche mir eigentlich zu merken, was auch ein interessantes Ding ist, wie genau gucke ich eigentlich? Der war doch spannend, der hat doch cool ausgesehen. Und dann fange ich an mit dem Stift. Hä? Wie war das? Und man merkt mal, wie unpräzise man eigentlich guckt oft. Und das schult das auch ein bisschen, dass man präziser guckt. Was macht jetzt das eigentlich Besondere aus von diesem Kopf irgendwie? Das versuche ich dann. Nicht immer habe ich den Block bei mir. Manchmal muss ich dann warten, bis ich zu Hause bin und muss das dann rekonstruieren.
Verena Feldbausch: Aber du machst keine Fotos zum Beispiel?
Klaus Harth: Ich mache keine Fotos, in dieser Serie nicht. Ansonsten arbeite ich bei diesen Bildern, die dazwischen hängen, die Gegend heißen. Die sind immer nach Fotos gearbeitet. Aber die anderen sind ganz spontane Beobachtungen, die dann aber, das sieht man an den Datierungen, immer wieder überarbeitet werden. Das ist das Interessante, weil ich war mit den ersten Zeichnungen total unzufrieden. Das wird nichts irgendwie. Durch eine bestimmte Situation, wo ich dann öfter irgendwo sitzen und warten musste und diese Skizzenbücher dabei hatte, habe ich dann einfach hier und da einen Strich dazu gemacht und geguckt. Und plötzlich war es da. Plötzlich war die Präzision da. Und das durchzieht eigentlich so die ganze Serie, dass immer wieder Überarbeitungen, immer wieder noch einen Punkt mehr, um das Ding auf den Punkt zu bringen irgendwie.
Verena Feldbausch: Genau. Und was ich noch fragen wollte, wie ist der Prozess von der Skizze bis zur fertigen Arbeit? Also das heißt, jetzt hier hast du eine Skizze gemacht und dann hast du halt immer wieder überarbeitet und irgendwann sagst du, okay, jetzt ist die Arbeit fertig.
Klaus Harth: Genau.
Malerei und Zeichnung
Verena Feldbausch: Deine Arbeiten entstehen mit Kugelschreiber, Filzstift, Aquarell und auch Sprühfarbe. Also alles, was gerade so zur Hand ist. Wie grenzt du eigentlich Malerei von Zeichnungen ab?
Klaus Harth: Früher hätte ich jetzt gesagt, Zeichnung ist diese direkte Beobachtung, das, was direkt und spontan aufs Papier geht. Malerei hat mich ja auch ewig lange nicht interessiert. Ich fand Malerei ja irgendwie uninteressant, weil es für mich lange auch im Studium, ich habe ja Zeichnen studiert, auch tatsächlich und einen Abschluss darin gemacht, und habe dann nachher erst wieder mit dem Malen angefangen nach dem Studium. Malerei war für mich immer große Behauptung irgendwie und das fand ich doof. Und Zeichnung war kleine Beobachtungen, diese Dinge, die man so unterwegs sieht und was man daraus entwickelt. Und dann hat mich aber Malerei angefangen zu interessieren, plötzlich als ein Sammeln von Erfahrung und Zeit. Das heißt, wenn ich anfange zu malen, fange ich ein Bild an, anders als bei der Zeichnung, fertig ist sie. Deshalb stimmt es hier nicht so ganz hundertprozentig, weil ich an denen immer weitergearbeitet habe. Aber generell bei Malerei, ich fange was an, ich werde älter, male zwei Tage später dran weiter und nach diesen zwei Tagen bin ich ja schon wieder jemand anderes und male als jemand anderes weiter, bis dann irgendwann das Bild fertig ist. Das fand ich an Malerei plötzlich interessant. Und da würde ich es abgrenzen, generell. Aber wie gesagt, trifft nur bedingt auf diese Serie von Zeichnungen.
Arbeiten in Serien
Verena Feldbausch: Ein roter Faden durch dein Werk ist das Arbeiten in Serien. Du hast beispielsweise über Jahre Rotkehlchen gezeichnet.
Klaus Harth: Gemalt. In dem Sinne tatsächlich.
Verena Feldbausch: Du hast gemalt, okay. Inzwischen sind es 1610 Vogelbilder, stimmt das? Was kann eine einzelne Zeichnung nicht leisten? Oder anders ausgedrückt, was macht eine Serie möglich?
Klaus Harth: Eine Serie ist für mich immer eine Versuchsanordnung, wenn man so will. Das heißt, es gibt eine bestimmte Frage, die mich interessiert. Zum Beispiel bei diesen Vogelbildern war diese Frage, kann ich malen? Das ging 1997 los. Also das war der erste malerische Versuch nach dem Studium eigentlich. Was kann ich malen? Und weil ich ja immer Malerei als große Behauptung wahrgenommen habe, naja, was ist denn das Dümmste, was dir jetzt einfällt? Das ist ein Vogelbild irgendwie. Und das habe ich vorher schon mal benutzt im Ausstellungskatalog fürs Künstlerhaus, allerdings als Foto, weil ich damals etwas Alltägliches in diesem Katalog haben wollte. Und dieses Vogelbild war in der Saarbrücker Zeitung und ich habe es ausgeschnippelt. So, dann war die Idee, okay, das ist mein Motiv. Und was mache ich draus? Schaffe ich das ernstlich, Vögel zu malen irgendwie? Funktioniert das? Gestehe ich mir das zu? Und dann ging das immer weiter. Und da wollte ich erst mal 100 gleiche Bilder malen, was ich technisch nicht konnte, was ich auch von meinem Wesen nicht hingekriegt habe. Dann wurden das erst mal 35 sehr unterschiedliche. Und dann kamen sehr viele unterschiedliche Leute zu mir in die Wohnung, haben das alles gesehen. Und selbst die Leute, die mit Kunst nichts anfangen, alle haben da drauf reagiert irgendwie. Aha, das ist interessant. Und dann gab es mehr. Ja, das heißt, diese Versuchsanordnung hat sich erweitert. Und irgendwann waren es dann 100 Bilder und irgendwann gab es die ersten Ausstellungen. Und dann hat es mich immer weiter interessiert, wie lange kann man das tun, ohne dass es einem selbst langweilig wird, ohne dass man sich irgendwie wiederholt. Also das ist ja immer bei Serien so das Ding, ab wann kippt das wieder, dass eigentlich dieser ursprüngliche Impetus, dass man eine Idee, eine Frage verfolgt, und die Form noch nicht so ganz kann oder noch nicht so ganz beherrscht. Und dann gibt es diese klassische Phase irgendwie, wo Form und Inhalt eigentlich so eins sind, wo es so im Flow ist und es flutscht. Und dann kommt diese Phase, wo man eigentlich sich total dran aufgeilt an der Form und der Inhalt flutscht irgendwie weg und dann ist es nur noch Wiederholungen. Und da muss man aufpassen, da muss man aufhören. Oder macht weiter wie manche.
Verena Feldbausch: Also das wäre dann das Ende.
Klaus Harth: Das wäre dann im Prinzip das Ende der Serie. Das Ende der Serie ist dann, wenn ich merke, buff, die Luft ist raus. Also bei dieser “Menschen ohne Parkplatz” ist im Moment die Luft raus. Also ich fahre durch die Stadt oder gehe durch die Stadt und sehe Leute in Autos und der Griff ist weg, wenn ich denke, den habe ich schon mal. Das wiederholt sich. Ich habe eben jemand gesehen mit total interessanten Ohren vor mir, so einen jungen Menschen im Auto an der Ampel steht. Aber es hat mich nicht gejuckt. Es gibt so welche schon in der Serie. Es ist erst mal gegessen, wobei es auch wieder aufflackern könnte. Weiß ich nicht.
Verena Feldbausch: Sind die Rotkehlchen, sind die denn abgeschlossen, die Serie?
Klaus Harth: Die waren abgeschlossen 2018. Und dann habe ich gesagt, okay, das war es. Und dann gab es vor zwei Jahren, 40 Jahre Künstlerhaus, die Ausstellung. Und ein Wunsch mich daran zu beteiligen. Was kann ich da tun? Da dachte ich, ist doch interessant, das einfach nochmal auszugraben. Ob das nochmal geht. Ob ich nach dieser Zeit diese Serie nochmal aktivieren kann. Und ob es mir nochmal Widerstand leistet, ob ich das hinkriege. Und habe dann den ersten angefangen und fand es von Anfang an total spannend wieder. Und habe dann angefangen, ich weiß gar nicht, wo ich auch gehört habe, bei 15013 oder so irgendwas, also fast knapp wieder 100 Stück da weg. Jetzt ist aber auch wieder Ruhe. Also im Moment, keine Ahnung, vielleicht war es nur so ein Nachglühen.
Verena Feldbausch: Okay, und das könnte natürlich bei den Autos jetzt auch nochmal passieren, bei den Menschen ohne Parkplatz.
Klaus Harth: Könnte passieren. Ich habe ja immer noch darüber nachgedacht letztens und habe gesagt, es wäre ja interessant. Vielleicht ist es genau an dem Punkt dann spannend, weiter zu bohren. Und vielleicht wird es auch dann erst richtig knackig, also richtig inhaltlich geht es auf den Punkt oder so. Nachdem man all das Ganze hier weggezeichnet hat, dass man sagt, jetzt gehts ans Eingemachte, das ist das Wort, was ich gesucht habe. Jetzt geht es ans Eingemachte irgendwie möglicherweise.
Humor in den Arbeiten
Verena Feldbausch: Deine Zeichnungen sind skurril und grotesk, genauso wie die Situation in der alltäglichen Automobilität, in der wir ja alle von Zeit zu Zeit selber sind. Welche Rolle spielt bei dir der Humor?
Klaus Harth: Ja, wahrscheinlich spielt er eine Rolle. Humor ist ja ein weites Feld. Und ich erinnere mich daran, als ich damals das Kunstforum abonniert hatte, 1991, war einer der fünf Gratisbände, die man mir geschickt hat, Kunst und Humor. Es gab zwei Bände damals und mir ging das Herz auf und ich dachte, wow, das darf ich alles, das ist super. Das ging über Fluxus-Leute und Sigmar Polke und das ganze Spektrum und es war mir Wasser auf die Mühlen irgendwie. Es lässt sich wahrscheinlich nicht verleugnen, aber ich versuche dann trotzdem immer auch zu gucken, dass es jetzt nicht zu billig witzig wird oder so, sondern dass das auf eine andere Art funktioniert und hoffe dann mal, dass mir das gelingen wird.
Verena Feldbausch: Ich denke schon.
Klaus Harth: Ja, ich hoffe es doch.
Aufmerksamkeit und künstlerischer Alltag

Verena Feldbausch: Du beobachtest Menschen, Landschaften, Vögel, Situationen des Alltags. Was muss etwas haben, damit es deine Aufmerksamkeit als Künstler bekommt? Also gibt es auch Tage, an denen du gar nichts sagst oder gar nichts zu zeichnen hast?
Klaus Harth: Ja, ansonsten würde es einen, glaube ich, irritieren müssen. Ich suche gerade, ja, genau, ich habe in diese Biografie von dem Gedichtband, habe ich da was reingetextet, dass ich jemand bin, der eigentlich vor allem irgendwie immer zeichnet, das Zeichnen kann aber auch durch Nichtstun passieren.
Verena Feldbausch: Ah ja, okay.
Klaus Harth: Genau, es ist wichtig, ich glaube, weil auch da läuft man sich leer und natürlich, auch das ist wichtig, und nicht immer flutscht das und nicht immer macht man da irgendwas, was man gut findet und auch das ist wichtig und natürlich hat man Krisen und denkt, was mache ich da eigentlich für einen Mist und auch das ist wichtig und ich erinnere mich daran, tatsächlich, wann war diese Heldenausstellung, im Künstlerhaus? Da bin ich hin und habe da eine Arbeit abgegeben, und in der Zeit war ich mit der Sinnhaftigkeit des künstlerischen Tuns so am Ende, dass ich da hingefahren bin, das war so ein Lattengerüst mit kleinen Collagen dran. Wozu fahre ich jetzt da eigentlich hin, wozu mache ich das eigentlich und ich hatte keine Antwort, keine positive Antwort drauf, hier muss man jetzt mal bremsen und hier muss man jetzt mal wieder innehalten, also ich denke, auch das ist wichtig bei all dem, wie es bei mir wahrscheinlich so oft scheint, dass ich so unglaublich viel Zeug produziere, dass da aber diese anderen Dinge dazugehören irgendwie. Und das ist schwer, also oft schwer durch solche Krisen da durchzukommen, aber ich glaube, es würde mich mehr irritieren, wenn es die nicht gäbe.
Zusammenarbeit und Kooperationen
Verena Feldbausch: Ich finde es auch interessant, dass du dich von dem klassischen Ausstellungsbetrieb eher entfernt hast, also du arbeitest mit Theatermachern, MusikerInnen, AutorInnen und der freien Szene zusammen. Was macht den Reiz dieser Zusammenarbeit aus und was entsteht in diesen Kooperationen, das vielleicht alleine im Atelier nicht entstehen könnte?
Klaus Harth: Der Reiz ist die Zusammenarbeit tatsächlich, also das ist, ich mag auch, abgesehen vom Theater, habe auch schon immer gemocht Zusammenarbeit mit anderen bildenden Künstlern, das war immer wichtig, ob man jetzt gemeinsame Ausstellungen gemacht hat, die aber auch wichtig war als gemeinsame Ausstellung, nicht nur, dass man gemeinsam irgendwelche Dinge an die Wand genagelt hat, die aber nichts miteinander zu tun hatten, sondern dass man wirklich was Gemeinsames entwickelt hat, das habe ich auch in dem Bereich gemocht und geliebt, weil man aus der eigenen Suppe rauskommt. Das ist halt auch immer ganz wichtig. Ich habe ein schönes Zitat von Canetti, der irgendwie mal geschrieben hat, bei seinen kleinen Aphorismensammlungen, dass es ihm wichtig ist, dass man sieht, dass es ihm um etwas geht und dass es nicht nur irgendwie literarischer Selbstzweck ist. Und das ist, also ich glaube, das ist bei mir auch das Ding, wenn ich sage, am Anfang, die Serien sind Versuchsanordnungen. Es geht immer darum, irgendwas zu kapieren, über einen selbst zuerst mal natürlich und darüber über alles andere drumherum. Und das heißt also, wenn ich aber mit anderen zusammenarbeite, kapiere ich halt einfach mehr, weil die anders ticken. Und das ist im besten Fall, also es gibt ja mittlerweile viele Dinge, aber eins der schönsten Sachen war die erste Zusammenarbeit mit dem Ralf Peter, mit dem “Gruftwächter” nach Kafka, mit dem Daniel Osorio zusammen, und wir waren schlussendlich, der Ralf Peter ruft an, wir haben uns damals noch nicht so gekannt, und er hat mich noch gesiezt sogar, “Würden Sie das machen?” Und er hat gesagt, okay, sechs Wochen Zeit, knapp, aber das machen wir. Und der Daniel Osorio hat die Musik dazu geschrieben und das waren einfach am Schluss drei Leute auf Augenhöhe. Jeder hat mit der Sensibilität seines Bereiches das gemacht, was optimal war. Und das Ganze war eine Form, die es anders ohne diese Zusammenarbeit so nie hätte geben können. Und das ist natürlich super cool, wenn man sich da mit dem einbringen kann und wenn sich daraus was entwickelt, was man ohne die anderen so nie gemacht hätte. Das ist ja das Spannende. Die Zeichnungen hätte ich so nicht gemacht. Die anderen Dinge, die ich in der Hinsicht gemacht habe, auch nicht. Wir haben jetzt gerade auf dem Festival “Orpheus’ Unterwelt” vom Ralf Peter gespielt. Und ich hätte nie solche Illustrationen gemacht zu irgendwas. Und es war super anstrengend und es war ein zeitlicher Parforceritt. Aber es war, wenn ich es jetzt nochmal geguckt habe, einfach cool und es passt alles zusammen. Und das ist dann natürlich, wenn man da hinten sitzt und die Bilder antriggert, ist es natürlich ein totales Glücksgefühl, wenn man das dann alles sieht und die Sänger hört und Spiele hört.
Regionale und überregionale Präsenz
Verena Feldbausch: Du arbeitest ja seit Jahrzehnten im Saarland und bist gleichzeitig aber auch überregional präsent. Unter anderem in Wien, Wiesbaden und Mannheim hattest du Ausstellungen.
Klaus Harth: Ja, das war einmal, aber das war gut. Immerhin war es eine weltweit operierende Galerie. Mannheim, genau, war auch über ein gutes Jahrzehnt bei so einer kleinen Galerie irgendwie. Das war auch immer sehr schön. Was mir dann gut gefallen hat, war, dass die Leute, also wenn man da hinkam zur Ausstellungseröffnung, dass mal gespürte, die Leute kommen, weil sie die Bilder cool finden. Und nicht, weil ich der bin, der ich bin, sondern weil die die Bilder gut fanden. Und das fand ich immer super. Das war ein schönes Gefühl eigentlich. Und was haben wir noch genannt? Mannheim, Wien, Wiesbaden. Wiesbaden kommt jetzt so langsam wieder. Ich habe ja lange in Mainz gelebt, auch zwei Jahre in Wiesbaden. Und die ersten Gehversuche habe ich damals mit einem Freund gemacht, mit Stephan Flommersfeld, dem ich studiert habe. Und wir haben dann angefangen, erste Ausstellungen gemeinsam zu machen in Mainz-Wiesbaden.
Verena Feldbausch: Und wie bist du nach Wien gekommen?
Klaus Harth: Nach Wien gekommen bin ich aus Verzweiflung. Auch aus einer Situation raus. Ich bin 1998 wieder ins Saarland und hatte dann 2000 auch eine sehr heftige Krise, was das Tun angeht und was auch die Wahrnehmung nach außen angeht. Wo geht es weiter? Und ich hatte das Gefühl, es geht nicht weiter. Und war eigentlich da auch ziemlich am Ende und ziemlich verzweifelt. Und habe dann, wie es manchmal so geht, plötzlich bei irgendeinem Spaziergang kommt einem eine Idee, du machst jetzt noch ein Ding. Und wenn das klappt, machst du weiter. Und ansonsten gucke ich was anderes irgendwie, wobei ich nicht weiß, ob mir das gelungen wäre, das “Was Anderes”. Aber egal, ich hatte die Idee, 10 Institutionen 100 Tage lang mit Originalzeichnungen in Postkartengrößen zu beschicken. Anonym. Das waren Leute, mit denen ich irgendwas machen wollte oder die ich gut fand aus irgendeinem Grund. Oder es waren Leute, die mich mal irgendwie abgelehnt haben oder die mich scheiße fanden. So, egal. Auf jeden Fall waren es 10 Adressen und ich habe, Samstag, Sonntag war frei. Ich habe dann von Montag bis Freitag immer eine Postkartengröße Zeichnung gemacht. Diese Zeichnung habe ich 10 Mal wiederholt. Also von der Idee her mussten es Zeichnungen sein, die ich jeden Tag 11 Mal zeichnen konnte. Und dann habe ich mir einen Stempel gemacht, wo drauf stand, 100 Tage 100 Zeichnungen. Auf der Rückseite, damit man wusste von Anfang an, das ist nicht irgendwie Müll, sondern das ist irgendwas. So, und dann habe ich das durchgezogen im Jahr 2001. Unter anderem habe ich die Galerie Hilger in Wien beschickt. Und die waren mit die Ersten, die sich zurückgemeldet haben. Das weiß ich noch gut, das war eine Frau Martina Judt, die da gearbeitet hat. Und die hat dann eine Mail geschickt, ja, wir haben da ihre Zeichnung bekommen und da machen wir heuer noch was mit. Ich freue mich sehr über die Antwort. Was heißt das, da machen wir heuer noch was mit? Wir werfen das jetzt weg oder was? Nein, wir machen da eine Ausstellung mit. Da war ich dann völlig aus dem Häuschen, ja, jetzt echt jetzt? Und so, und das war dann so ambivalent, das ganze Ding. Plötzlich macht so eine Galerie, die hatten den Alleinvertrieb für Alfred Hrdlicka und so was. Und sind auf der Art Basel und tralala. Okay, und dann war dann irgendwann, September, Oktober war die Ausstellung, 2002. Und dann bin ich da hingefahren nach Wien, auf eigene Kosten. Ich habe mein Zimmer bezahlen müssen, und bin da am Vormittag, abends war die Eröffnung, vormittags dann hin und habe mir das angeguckt. Dann hingen dann all die Zeichnungen schön da irgendwie als Fries in diesem kleinen Raum. Das war so ein Raum nur für Grafik. Und dann am Vorabend, als ich in Wien ankam, war ich irgendwo Essen im Café, das ich kannte, und habe im Standard dann geguckt, ob ich da irgendwo drinstehe bei den Ausstellungen. Und dann geht man da hin zur Eröffnung und dann kommen dann Leute, die mit einem sprechen. Es kommen Leute, die gehen in den Raum, gehen sofort raus und irgendwann geht man dann nach Hause. Und ich bin damals noch stundenlang durch Wien gerannt und habe dann gedacht, okay, das ist es jetzt. Das ist es jetzt irgendwie, weil es war so irreal. Und als ich dann wieder zu Hause war, habe ich dann immer auch an alle meine Bewerbungen reingeschrieben, hier Galerie Hilger, nichts, gar nichts, keine Tür geöffnet, null, zero. Also das war hochspannend. Und was auch hochspannend war, als ich da hinkommen bin, das war noch wirklich der alte Herr Hilger, der dann gesagt hat, ja, Sie haben ja sonst gar nichts dabei. Ich habe gedacht, Sie bringen uns noch ein paar Bilder mit, die wir noch dazu hängen können. Und das ist auch so irre, jahrelang steht man vor verschlossenen Türen. Man will irgendwie hier ne Ausstellung machen, keiner will einen. Da darf man mal, da darf man nicht, so fertig, meistens nicht. Und dann ist man plötzlich in so einer Galerie und dann sagt der, ich hätte ja jeden Scheiß anschleppen können. Den hätte jetzt überhaupt nicht interessiert, was ich da anschleppe, die hätten das an die Wand gepinnt und gut, also irre. Haben aber im Vorfeld auch nichts gesagt. Es war interessante Erfahrung eigentlich, wenn man sich auch überhaupt das ganze Kunstszenen- Gewimmele im kleinen und großen Maßstab anguckt, wie das funktioniert und warum jemand da drin ist und jemand anderes nicht und mit was das was zu tun hat oder nicht oder was auch immer. Also es ist eine super interessante Geschichte, hat aber dazu geführt, dass ich weitergemacht habe.
Verena Feldbausch: Ja, das ist doch schon mal super.
Bedeutung von Papier und Büchern
Verena Feldbausch: In unserer zunehmend digitalen Kunstwelt hast du eine auffällige Vorliebe für Papier, Broschüren und gedruckte Bücher. Kleiner Werbeblock: auch zu dieser Ausstellung “Menschen ohne Parkplatz” ist ein Buch herausgekommen. Warum ist das gedruckte Objekt für dich immer noch so wichtig?
Klaus Harth: Weil man was in der Hand hat. Ja, also tatsächlich. Weil man was in der Hand hat, weil ich natürlich auch dieser Generation angehöre, die damit auch groß geworden ist und immer noch gerne Zeitungen liest, in dem sie was in der Hand hat und weil ich davon überzeugt bin, dass das ein grundmenschliches Ding ist und dass sich das nicht ändern wird. Also wir sind haptische Tiere und “begreifen” kommt nicht umsonst irgendwo her aus diesem Kindlichen, ich ergreife was und erfühle es und ertaste es und verstehe es darüber. Also ich denke, dass das auch, wenn man ein Buch liest oder wenn man eine Zeitung liest und man stolpert über einen bestimmten Satz, also bei mir ist das so, dann ist das mit der Haptik verbunden. Dann weiß ich, dass das Buch links in der Handhälfte so schwer war und rechts so schwer, als ich diesen Satz gelesen habe oder so ungefähr. Und das prägt sich anders ein, also mir. Ich kann mit elektronischem Lesen nichts anfangen. Es huscht an mir vorbei. Und natürlich ist es vom Tun her, vom Zeichnen und Malen was anderes, ob ich das am Bildschirm mache, wobei es auch Dinge gibt, die ich am Bildschirm mache. Also es gibt zum Beispiel gerade, was wir eben gesagt haben, in diesen Bebilderungen für Orpheus, gibt es am Schluss eine Sequenz, die ist nur im Photoshop gemacht, wo ich so mit der Maus wilde Linien in verschiedenen Farbigkeiten dort drüber gezerrt habe. Das geht mit Bleistift nicht. Also jedes Ding hat auch seine Technik. Ich überlege die ganze Zeit, wie der Künstler heißt, der mal diesen schönen Satz gesagt hat, also ein Bildhauer, der auch gezeichnet hat, der hat den schönen Satz im Interview gesagt, “Manchmal muss man auch zu Fuß nach Koblenz gehen, um zu wissen, wie weit das ist.”
Sprache und Texte in den Arbeiten
Verena Feldbausch: Man sieht hier in der Ausstellung deine Zeichnungen und Aquarelle und dazwischen sind ja immer wieder so kleine gerahmte Texte. Welche Bedeutung haben diese sprachlichen Anteile an deinen Arbeiten?
Klaus Harth: Auch Sprache ist eine bildende Kunst. Also ganz wichtig. Also das ist von Anfang an, selbst in der Vogelserie ging es relativ schnell los, dass das mit Wörtern kombiniert war. Dass also zwischen diesem gemalten Gegenstand Vogel und diesem Wort, was passiert. Und dann ist es auch immer stärker so geworden, dass es dann halt manchmal nur Texte sind. Wann habe ich damit angefangen? Weiß ich gar nicht. 2003 oder 2004 habe ich angefangen. Ich wollte jeden Tag einen Satz schreiben. Irgendwann wurde es dann auch nicht jeden Tag einen Satz. Manchmal ist es auch jetzt nur ein Wort. Manchmal ist es nur ein Satz im Monat, aber es ist wurscht. Und es ist eine andere Form. Es ist einfach.
Verena Feldbausch: Und du veröffentlichst ja auch diese Texte in einem Blog und auch die Zeichnungen, oder?
Klaus Harth: Ja, lustigerweise auch in dem Blog das sind dann mehr literarische Dinge. Das sind auch mehr, essayistisch ist vielleicht ein bisschen zu hochtrabend. Oder mehr einfach Gedanken, die nicht so literarisch sind. Und das gemischt mit, also wie die Zeichnungen auch funktionieren eigentlich.
Dokumentation der Arbeit
Verena Feldbausch: Dein künstlerischer Alltag ist ungewöhnlich konsequent dokumentiert. Warum ist dir das Festhalten, das Protokollieren deiner Arbeit so wichtig?
Klaus Harth: Ist das so tatsächlich? Es fällt mir auch ein Satz ein, der aus dieser täglichen Sätze-Reihe stammt. Und der auch in dem Buch drin ist von “Menschen ohne Parkplatz”. Der Satz heißt: “Manchmal muss man nachsehen, ob es einen noch gibt.” Vielleicht muss ich einfach ziemlich oft nachsehen, ob es mich noch gibt. Und deshalb muss ich das immer so schön dokumentieren, dass ich irgendwie jedes Mal nachsehen kann.
Verena Feldbausch: Okay, ja, das ist eine gute Erklärung.
Verstehen durch Zeichnen
Verena Feldbausch: Du hast einmal sinngemäß gesagt, ich zeichne und male, um Dinge zu verstehen. Was verstehst du heute über die Menschen, nachdem du sie so lange beobachtet hast?
Klaus Harth: Ich bin immer noch so ratlos wie vorher.
Verena Feldbausch: Okay, also geht es weiter.
Klaus Harth: Eigentlich muss die Serie dann weitergehen. Nee, es ist ja nicht nur ein Verstehen. Es ist ja auch, wenn man zeichnet oder malt oder künstlerisch oder auch schreibt, ich verstehe es auch so: man hält sich die Dinge auch ein bisschen auf Abstand. Auch das. Also es ist natürlich auch immer das Verstehen, das Begreifen von Dingen, die um einen rum vor sich gehen. Aber es ist auch ein Auf-Abstand-Halten, ein Aushalten dessen, was ansonsten vielleicht nicht aushaltbar wäre. Also von daher, wenn man guckt, wie viele Zeichnungen es sind, muss ich mir ganz schön viele Menschen vom Leib halten. Aber es hat tatsächlich was damit zu tun, Dinge auf Abstand zu halten. Das ist das Schöne. Sind die im Bild, habe ich sie mir greifbar gemacht, nicht nur die Menschen, auch andere Dinge. Und ich kann es betrachten in aller Ruhe, immer wieder. Und das ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt.
Abschluss
Verena Feldbausch: Ja, schön, super. Herzlichen Dank für das Gespräch.
Klaus Harth: Ja, gerne.
Verena Feldbausch: Und wenn ihr das nächste Mal ein Rotkehlchen seht, betrachtet ihr es vielleicht mit ganz anderen Augen. Denn darum geht es bei Klaus Harth, um Zeichnen als eine Form von Nachdenken auf Papier. Dieses berühmte Zitat stammt von dem US-amerikanischen Karikaturisten und Künstler Saul Steinberg, der für den New Yorker gezeichnet hat. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis bald, eure Verena Feldbausch.
Dir hat art talk gefallen? Dann hinterlasse 5 Sterne und empfehle uns deinen FreundInnen. Mehr Infos zu dem Podcast findest du in den Shownotes und in unserem Blog. Sei wieder dabei, wenn es heißt, wir reden über Kunst bei art talk, dem Kunstpodcast aus SaarlorLux.
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